Ratgeber Fibromyalgie
Informationen für Betroffene und Interessierte
Die Diagnose von Fibromyalgie
Die Diagnose von Fibromyalgie ist nicht sehr einfach, da die Symptome ebenso Teil einer anderen Erkrankungen sein könnten. Hier hilft dem behandelnden Arzt meist nur eine Diagnose via Ausschlussverfahren. Ganz wichtig wäre allerdings, dass der behandelnde Arzt mit dem Begriff Fibromyalgie und dem entsprechenden Krankheitsbild vertraut ist. So ließen sich grundsätzlich unnötige Odysseen von Arzt zu Arzt vermeiden und der Patient hätte nicht das Gefühl, ein hoffnungsloser oder gar eingebildeter Fall zu sein.
Welche Erkrankungen weisen ähnliche Symptome auf wie Fibromyalgie?
Bei der Diagnose von Fibromyalgie sind im Vorfeld folgende Erkrankungen auszuschließen:
- Chronisches Erschöpfungs-Syndrom (CFS): Es zeichnet sich durch dauerhaft anhaltende Müdigkeit aus, die auch nicht durch vermehrten Schlaf zu bändigen ist. Darüber hinaus werden diverse Schmerzzustände empfunden.
- Rheumatoide Arthritis : Entzündungen eines oder mehrerer Gelenke sind hier für das dauerhafte Schmerzempfinden verantwortlich. Nicht immer müssen die Gelenke dabei auch anschwellen. Innerhalb der Arthritis gibt es unterschiedliche Erscheinungsformen mit unterschiedlichen Symptomen. Darüber hinaus tritt die Erkrankung nicht selten individuell unterschiedlich zu Tage.
- Dermatomyositis oder Polymyositis: Hierbei handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Muskulatur mit oder ohne Beteiligung der Haut, die mit Muskelschwäche, Muskelschmerzen sowie unspezifischen Entzündungsanzeichen einhergeht.
- Polymyalgia rheumatica: Eine ebenfalls zu den rheumatologischen Erkrankungen zählende Entzündung des Muskelapparats mit entsprechender Schmerzempfindung.
Darüber hinaus zeigen auch Morbus Bechterew, Multiple Sklerose (MS) oder Auswirkungen einer Schilddrüsenfunktionsstörung ähnliche Symptome wie Fibromyalgie.
Welche Untersuchungsmethoden werden zur Diagnose von Fibromyalgie angewendet?
Neben einer ausführlichen Aufnahme der Krankengeschichte (Anamnese) erfolgt zunächst die Laboruntersuchung, um eventuelle Entzündungs Symptome im Blut auszuschließen. Eine körperliche Untersuchung sowohl internistisch als auch orthopädisch und rheumatologisch liefern weitere Hinweise zur Diagnose von Fibromyalgie. Zudem helfen bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen, MRT (Magnetresonanztomografie) oder ein Szintigramm (eine nuklearmedizinische Möglichkeit, unter anderem Entzündungsherde zu lokalisieren), andere Erkrankungen auszuschließen. Sollten alle denkbar sinnvollen Untersuchungsmethoden zu einem negativen Ergebnis gelangen, liegt der Schluss auf eine Fibromyalgie Diagnose nahe, da diese im Gegensatz zu anderen Erkrankungen weder von organischen noch von labortechnischen Veränderungen begleitet wird.
Nach den ACR-Kriterien (American College of Rheumatology) stellt sich der Verdacht einer Fibromyalgie ein, wenn man mehr als drei Monate unter kontinuierlichen Schmerzen in diversen Körperregionen leidet. Darüber hinaus sollte eine Empfindlichkeit der Schmerzdruckpunkte (Tenderpoints) vorliegen. Der menschliche Körper weist 18 dieser Tenderpoints auf. Sind davon 11 oder mehr äußerst druckschmerzempfindlich, lässt dies ebenfalls auf eine Fibromyalgie schließen. Zusätzliche Begleit Symptome wie stete Müdigkeit, Schlafstörungen, Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen oder Migräne, Magen-Darm-Probleme und einiges mehr stützen die Vermutung Fibromyalgie zusätzlich. Gerade die Begleit Symptome sind individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt, doch klagen bisher alle Patienten, die an Fibromyalgie Syndrom erkrankt sind, neben diversen Muskel- und Gliederschmerzen über eine geradezu chronische Müdigkeit.
Kann man Fibromyalgie mit Weichteilrheuma gleichsetzen?
Fibromyalgie ist nicht mit Weichteilrheuma gleichzusetzen, obwohl das noch immer sehr häufig geschieht. Per definitionem sind an rheumatischen Erkrankungen nachweislich entzündliche Prozesse beteiligt, was bei der Fibromyalgie nicht der Fall ist. Fibromyalgie zeichnet sich durch das Hauptsymptom des Muskel-Faser-Schmerzes aus, welches jedoch bei entzündlich-rheumatischen, rheumatisch-degenerativen oder auch psychosomatischen Erkrankungen ähnlich auftreten kann. Um dieses Symptom der richtigen Erkrankung zuzuordnen, bedarf es eines erfahrenen Arztes, dem der Begriff Fibromyalgie und den entsprechende Symptomen vertraut sind. So lassen sich Diagnose und Behandlungsfehler ausschließen und der Leidensdruck der Betroffenen verlängert sich nicht unnötig.
Melissa Seitz
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