Ratgeber Fibromyalgie

Informationen für Betroffene und Interessierte

Fibromyalgie

Was ist Fibromyalgie?

Fibromyalgie, auch Fibromyalgiesyndrom (FMS) genannt, bezeichnet eine Erkrankung, die von diffusen Schmerzen im ganzen Körper gekennzeichnet ist. Oftmals ist Fibromyalgie unter dem Sammelbegriff des Weichteilrheumas zu finden, doch das ist nicht korrekt, da es sich hierbei nicht um eine entzündliche, degenerative oder psychosomatische Erkrankung handelt.

Der Begriff Fibromyalgie setzt sich zusammen aus dem lateinischen „Fibro“ für Faser (fibra), dem griechischen „My“ für Muskel (myos) und „Algie“ für Schmerz (algos). Somit kann man Fibromyalgie auch als Faser-Muskel-Schmerz übersetzten. Die Erkrankung verläuft chronisch und ist zudem sehr schwer zu diagnostizieren, was zur Folge hat, dass Betroffene nicht selten eine jahrelange Arztodyssee hinter sich bringen, bevor sie die richtige Diagnose erhalten.

Welche Symptome zeichnen Fibromyalgie aus?

Betroffene beschreiben die Schmerzen, die die Fibromyalgie begleiten, als sehr starken Muskelkater oder gar Migräne am ganzen Körper. Der Schmerz wird als breit gefächert empfunden und lässt sich nicht auf eine oder mehrere Stellen festlegen. Darüber hinaus klagen die Betroffenen über weitere Begleiterscheinung wie Müdigkeit, Schlafstörungen, Morgensteifigkeit, Schwellungen der Hände und Füße und vieles mehr. Viele Betroffene weisen eine gewisse Neigung zu Depressionen auf. Die Symptome treten individuell unterschiedlich auf und sind daher nicht immer einheitlich. Zudem gleichen sie in vielen Punkten jenen der rheumatoiden Arthritis , was eine Diagnose ebenfalls erschwert.

Wie viele Menschen leiden unter Fibromyalgie?

Schätzungen zu Folge leiden ungefähr zwei Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung an einer diagnostizierten Fibromyalgie. Darüber hinaus wird vermutet, dass etwa 2 Millionen Bundesbürger zwar an FMS leiden, dies aber medizinisch noch nicht bestätigt wurde. Somit sind insgesamt etwa 3 bis 4 Millionen Menschen in Deutschland an Fibromyalgie erkrankt. Frauen sind hier weit häufiger betroffen als Männer. Von 10 Erkrankten sind 9 weiblich. Fibromyalgie kann in jedem Alter auftreten. Eine Erblichkeit scheint eine Rolle zu spielen, ist medizinisch allerdings noch nicht erwiesen.

Welche Formen von Fibromyalgie gibt es?

Man unterscheidet heute die primäre und die sekundäre Fibromyalgie. Als primäre Form tritt das FMS als Einzelerkrankung auf. In seiner sekundären Form ist es eine Folgeerkrankung eines anderen rheumatischen Leidens wie z. B. Lupus erythematodes , Morbus Bechterew und weitere. Auch kann ein körperliches oder seelisches Trauma Auslöser sein. Die genaue Ursache der Fibromyalgie gibt der Medizin bis heute Rätsel auf und ist Gegenstand diverser Forschungen.

Ist Fibromyalgie heilbar?

Fibromyalgie ist bisher leider nicht heilbar. Daher konzentriert sich die Behandlung auf die Linderung der Schmerzen und Begleitsymptome. Die moderne und vor allen Dingen individuelle Schmerztherapie ermöglicht es heute Betroffenen mit Fibromyalgie ein relativ normales Leben zu führen. Hierbei helfen Medikamente, Physiotherapie, psychologische Betreuung oder auch eine Kombination von mehreren Behandlungsmethoden die Schmerzen zu lindern und die Schübe erträglicher zu machen. Völlig schmerzfrei werden die Betroffenen allerdings in den seltensten Fällen.

Melissa Seitz

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